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Neues Projekt zum Schutz der Wale an der Nordwestküste Kanadas
Das schmutzigste Öl der Welt wird derzeit auf einer
Fläche aus der Erde gepresst, die grösser ist als die Schweiz und Österreich
zusammen. Öl aus Teersand verursacht dreimal so hohe CO2-Emissionen wie
konventionell gewonnenes Öl. Dem Athabasca-Fluss wird dabei fortlaufend gleich
viel Wasser abgepumpt, wie eine Millionenstadt verbraucht. Dieses muss danach
wegen seiner Giftigkeit im extra dafür gebauten grössten Stausee der Welt
aufbewahrt werden. Toxische Stoffe gelangen trotzdem in den Kreislauf: Bei
Wildtieren treten Verkrüppelungen auf, bei den Ureinwohnern der Region mehren sich bisher kaum
bekannte Krebsarten.
Die Ölfirmen lassen ausserdem Billigarbeiter aus
Entwicklungsländern einfliegen. Diese verlassen das Abbaugebiet kaum, bis sie
wieder nach Hause verfrachtet werden.
Die Royal Bank of Canada finanziert dieses
Verbrechen gegen Mensch und Umwelt: In den letzten zwei Jahren mit 20 Milliarden
US-Dollar Investitionen. Und das soll erst der Anfang sein, denn dieses Öl soll
durch eine Pipeline inmitten des Great Bear Rainforest bis nach Kitimat an die
Pazifikküste gepumpt werden.Dort ist ein Ölhafen geplant, den jährlich ca. 320
Supertanker anlaufen sollen.
Das Meer entlang dieser Tankerroute ist ein wichtiges Gebiet für Buckelwale, Orcas, Delfine (Pacific White-sided Dolphins), kleine Schweinswale (Dall's Porpoise) und in letzter Zeit auch vermehrt für Finnwale. Seit einigen Jahren ziehen auch wieder Blauwale entlang der Pazifikküste von British Columbia nach Norden. Diese Wale werden durch das Projekt gefährdet. Denn beim geplanten Tankerverkehr ist eine Ölpest von einer Grösse der Exxon Valdez-Katastrophe sehr wahrscheinlich. Ein Bericht des Pembina Institut in Kanada belegt, dass pro 1000 km Ölpipeline alle 16 Jahre einen Pipelinebruch erfolgt.Auch der Schiffsverkehr würde die Wale zusätzlich gefährden. Erst im Sommer 2009 spiesste ein Kreuzfahrtschiff einen Finnwal auf und schleppte ihn tot an der Bugnase hängend bis nach Vancouver mit. Das Pembina Institut hat auch darauf hingewiesen, dass das Pipelineprojekt einige der produktivsten Lachsflüsse Kanadas stark gefährden würde.
OceanCare unterstützt nun zusammen mit Edi und Katharine Aschwanden von Lonely Rider die North Coast Cetacean Society bei der Erforschung der Wale in diesem Gebiet mittels Fotoidentifikation und beim Erichten eines Zenters für Umweltbildung bei den Lachszuchtfarmbetreibern, den Öl- und Gas Firmen und der lokalen Bevölkerung.
Die North Coast Cecatean Society arbeitet auch mit den Gitga'at Ureinwohnern zusammen, die sich gegen das Projekt wehren. Die Gitga’at von Hartley Bay erteilten dem Enbridge Northern Gateway Pipeline-Projekt und den geplanten Öltankerverkehr durch ihr Territorium eine deutliche Absage. Sie leiden bereits an den Folgen der im März 2006 bei Hartley Bay gesunkenen Fähre "Queen of the North", die immer noch Diesel, Benzin und Öl verliert und Muscheln, Krabben sowie Seegras kontaminiert. Jetzt soll auch noch der Verkehr mit Supertankern durch die Gewässer ihres Territoriums erduldet werden. Die Gitga’at leben noch weitgehend ihren traditionellen Lebensstil und nutzen die natürlichen Ressourcen des Meeres und der Wälder. Bei einer Ölpest würden sie die traditionelle Nahrungsgrundlage und den grössten Teil ihrer Kultur verlieren.
Im August 2009 erhielten Enbridge Corp. und Northern Gateway Pipelines ein unmissverständliches „Nein“ der Gitga’at Ureinwohner. Hellhörig wurden sie insbesonders durch die Aussage, dass Enbridge nur in das Pipeline-Geschäft involviert ist, aber nicht in die Schiffsangelegenheiten mit den Tankern. Das heisst, wenn es zu einer Ölpest kommen sollte, wird Enbridge nicht für das angerichtete Umweltdesaster verantwortlich gemacht werden können und sich auch nicht um irgendwelche Rettungsmassnahmen zur Eindämmung oder Beseitigung des Ölteppichs kümmern, geschweige denn sich an Reinigungsmassnahmen beteiligen müssen.
Enbridge steht derzeit immer noch in öffentlichen Anhörungsprozessen beim National Energy Board und der Canadian Environmental Assessment Agency. 2010 rechnet Enbridge mit einer Genehmigung des Pipelinebaus. Mitte 2012 sollen die Baumassnahmen beginnen, Ende 2015 oder Anfang 2016 soll die Pipeline in Betrieb gehen. Obwohl das Oberste Gericht Kanadas in einem Urteil entschieden hat, dass die Ureinwohner vor Genehmigung von Projekten, die ihre angestammten Territorien betreffen, angehört und ihre Rechte respektiert werden müssen, hat bisher noch keine staatliche Anhörung der Gitga’at vor stattgefunden. Unterstützt von anderen multinationalen Ölgiganten, hat Embridge nun eine 100 Millionen teure Werbekampagne für das Pipelineprojekt begonnen, um die ökonomischen Vorteile und den Nutzen für alle Bewohner im Norden von Britisch Kolumbien zu bewerben. Viele Menschen im Norden zweifeln an den versprochenen Vorteilen und sammeln an Bürgerversammlungen Unterschriften gegen das Projekt und fordern ein Verbot der Pipeline.
Sie können uns dabei helfen:
- indem Sie an einem der Vortragsabende von Edi und Katharina Aschwanden über die herrliche Natur in Kanada teilnehmen. Wenn Sie ein Halbtaxabo haben, erhalten Sie eine Reduktion von Fr. 4.- beim Eintrittspreis. Wenn Sie diese Reduktion den Walen zu Gute kommen lassen wollen, können Sie diese für das Walforschungs- und Umweltbildungsprojekt der North Coast Cetacean Society spenden. Die Daten und Orte der Vortragsreihe finden Sie hier.
- indem Sie bei OceanCare eine Spende mit dem Vermerk "Wale in Kanada" für dieses Projekt tätigen
- indem Sie die Royal Bank of Canada auf www.publiceye.ch für den Public Eye People's Award nominieren
- indem Sie eine Protestbrief an die zuständigen Behörden verfassen. Adressen und Links zu Protestbriefbeispielen finden Sie nachstehend:
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